Esther änd Dominik ar going tu Niusiländ. Änd hir is sö pleis tu ried all sö sings dät dei häf egspiriensd. Fönni storis, brefteiking ädwentschörs änd matsch mor. Iur komments ar wellkom of kors!

Sonntag, Oktober 22, 2006

Mädchen sind schlechter in Mathe

...ein weit verbreitetes Gerücht, von dem niemand weiss, ob es stimmt. Wenn man in Schulklassen nachfragt, kriegt man alle möglichen Antworten: "Ja, die Mädchen sind dafür besser in den Fremdsprachen", "Nein, das ist nur so weil ihnen das eingetrichtert wird", "Das passiert nur, wenn die Klassen gemischt sind" etc.

Diese Woche ist in "Science" ein Studie veröffentlicht worden von zwei Psychologen aus Vancouver. Die haben die Geschichte aus einem anderen Blickwinkel betrachtet und gefragt: was passiert, wenn wir den Mädchen einreden, sie seien schlechter? Gesagt, getan, sie haben einen Test vorbereitet, der zuerst Mathe geprüft hat, dann kam ein Text, den man interpretieren musste und dann nochmals Mathe.

Bei einigen Mädchen war die Aussage des Textes "ja, es gibt Unterschiede zwischen den Geschlechtern, Mädchen sind wirklich schlechter in Mathe und das steckt in ihren Genen" oder "ja, es gibt Unterschiede zwischen den Geschlechtern, Mädchen und Jungs haben Unterschiedliche Fähigkeiten, das steckt in ihren Genen": Und schwupp di wupp, im Mathetest der folgte sackte ihre Leistung eine Note nach unten.

Bei anderen Mädchen hiess es im Text: "Nix, da alle sind gleich, es gibt keine genetischen Unterschiede" oder "Ja, manche Mädchen sind schon schlechter in Mathe, aber das hängt mit deren Erziehung zusammen": Und siehe da, die Leistung blieb unverändert.

Ob Mädchen jetzt besser oder schlechter sind in Mathe ist eines, aber offensichtlich genügt es, mit lauter Stimme jemandem einzureden er könne eh nichts dafür, das stecke in seinen Genen. Und wenn man dann sieht, wie manche Leute laut rausposaunen, dass Jugoslawen kriminell veranlagt sind und anderen Mist, dann erfüllt sich die Prophezeiung vielleicht von selbst.

was ihr dazu meint:

Blogger Tobias said...

Es gibt zu deinem Thema spannende Untersuchungen,die vielleicht in unser aller Alltag von Nutzen sind. Eine Professorin in Amerika, die sich mit der Verlässlichkeit von Zeugenaussagen beschäftigt und mit Erinnerungen, die sehr lange zurückliegen, hat gezeigt, dass man Leute einfach dazu bringen kann, sich an Dinge zu erinnern, die gar nicht passiert sind. So lief ein Experiment mit Geburtstagsgeschenken. Sie hat Gespräche geführt mit Ihren Testpersonen und mit ihnen über Geschenke gesprochen, die sie vor 2, 3, 5 usw. Jahren erhalten hätten. Schon nach der zweiten bis dritten Sitzungen berichteten sie von der Freude, die sie an den Geschenken hatten, obwohl sie diese gar nie erhalten haben.

Das ist doch ein kleiner Tipp für die nächste Weihnachten: Der Schwiegermutter nur immer schön einreden, sie hätte was ganz tolles erhalten: Im nächsten Sommer wird sie es glauben!

Es gibt auch eine schöne Umfrage vom NZZ Folio. Man fragte einige hundert Leute nach dem besten Folio, das sie gelesen hätten. Man schmuggelte aber ein Exemplar ein, das gar nie gedruckt worden war. Trotzdem meinten fast 8%(habe ich so im Kopf) dieses nie existierende Heft sei das beste gewesen, das sie je gelesen hätten.

Oh menschlicher Geist, wie unverlässich du doch bist!

22.10.06

 

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